Journal

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23. Mai 2020

Liebes öffentliches Tagebuch,

die vergangene Woche war sehr ereignisreich, voller Extreme, mit vielen emotionalen Höhen und Tiefen.

Vor allem hatte ich zahlreiche Gespräche zu führen, musste telefonieren, bis mir die Ohren qualmten, und nun gilt es, aus all den Informationen etwas zu machen, Entscheidungen zu treffen und Vorhaben zum gefühlt hundertsten Mal umzuplanen.

Das scheint mir im Augenblick überhaupt die größte Herausforderung zu sein: In unplanbaren Zeiten flexibel zu sein, schnelle Reaktionen zeigen zu können und notfalls mal wieder eine Nachtschicht einzulegen.

Die kommenden Wochen werden nicht leicht.

Aber zunächst einige Statusberichte und richtig gute Neuigkeiten!

Die vielleicht aufregendste als erstes. Ich habe einen weiteren neuen Song geschrieben. Zusammen mit einem weiteren noch geheimen Track wird er das Herumor-Album vervollständigen. Das Demo ist fertig, der sogenannte „Ghostgesang“ ist aufgenommen und alles zusammen in die fähigen Hände des Produktionspartners Patrick gegeben, der nun die programmierten durch echte Instrumente ersetzen wird.

Meine textlichen sowie kompositorischen Arbeiten zum ersten Herumor-Longplayer sind damit abgeschlossen, und ich freue mich auf die „richtigen“ Gesangsaufnahmen. Auch ein Album-Titel ist gefunden.
Weiterhin gibt es auch positiv zu vermelden, dass die Schreibarbeiten für das Songtexte-Buch mit Anekdoten unter den gegebenen Umständen sogar sehr gut vorangehen. Wenn nichts Unvorhergesehenes dazwischenkommt, werde ich noch in diesem Sommer mit den Schreibarbeiten fertig werden, danach kommt eine ausführliche Korrekturphase, bevor alles dann in Satz und Layout gegossen werden kann und schließlich in den Druck gehen darf. Mit einer Veröffentlichung noch in diesem Jahr sieht es also tatsächlich ziemlich gut aus.

Aber nicht nur das Textebuch wird erscheinen, auch mein in Gedichtform geschriebener Briefroman „Der Fluch“ wird eine Wiederauferstehung erleben, nachdem es ihn mehrere Jahre nicht mehr zu kaufen gab. Mein Freund Holger Much („Der Weidenmann“/„Der treue Troll“) fertigt für den Fluch momentan wunderbare Illustrationen an, die der Geschichte ein völlig neues Gesicht verpassen werden. 


Außerdem habe ich mich nach langem Zögern doch noch breitschlagen lassen und für den Shop Masken (Mund-Nasenschutz) in Auftrag gegeben. Die Fans haben sie vehement gefordert, und nun soll ihr Wunsch erfüllt werden.

Ich widerspreche hier also meiner Ansage aus dem letzten Journaleintrag. Ich denke, ihr werdet zufrieden sein, seht es als freundliches Entgegenkommen!
Aber dass es keinen „Corona-Song“ oder die Teilnahme an etwas in der Art von uns geben wird, daran halte ich eisern fest.

Am 8. Mai startete der Vorverkauf der 3-fach CD „Pentagrammophon – 20 Jahre ASP“. Ein holpriger Start war das, weil ausgerechnet der betreffende Freitag durch einen Server-Schluckauf gestört wurde. Übrigens schon bevor um ca. 18:00 Uhr die eigentliche Aktion begann. Das war nicht angenehm, und ich habe daraus Konsequenzen gezogen, und wir werden demnächst auf ein um einiges größeres Server-Paket umsteigen und dann umziehen, um solche Situationen in Zukunft hoffentlich mit etwas mehr Power im Hintergrund noch besser meistern zu können.

Dann war da noch der Untersetzer-Tumult. Einige haben leider die limitierten Pentagrammophon-Untersetzer nicht mehr bekommen, und das scheint, wenn man den bitterbösen Kommentaren einiger Fans glauben mag, das wohl Schrecklichste gewesen zu sein, was bisher in der Geschichte der Band schiefgegangen ist. Tiefe Enttäuschung wurde gezeigt, Unterstützung wird uns verwehrt und mit sofortigem Umstieg auf Spotify statt Kaufmusik gedroht.
Überhaupt, unser kleiner Survival-Ausflug und das Bitten um Unterstützung scheint nicht nur positiv aufgenommen zu werden, noch immer scheint es, sogar in diesen Krisenzeiten, als irgendwie ehrenrührig empfunden zu werden, wenn man auch noch die Frechheit besitzt, mit seiner Arbeit etwas verdienen zu wollen.

Dazu kann ich nur eins sagen: „Aber sonst geht es dir gut, unbekannter Anti-Fan?

Wer sich hier angesprochen fühlt, wird schon Bescheid wissen.

Wie gut, dass sich auch hier (genauso wie allgemein bei der aktuellen Situation) die überwiegende Mehrheit aber sehr freundlich verhält und wie wirklich viele Unterstützung und Zuspruch erfahren haben. Erneut danke an dieser Stelle!

Die Aktion ist ansonsten einigermaßen okay angelaufen, so gut man es eventuell in Zeiten erwarten kann, in denen so manch einer der Unterstützer dort draußen vielleicht selbst finanzielle Sorgen hat. Vielleicht geht ja noch ein bisschen mehr in den kommenden Wochen?

Wir freuen uns jedenfalls sehr auf die Veröffentlichung und das erneute Erleben der Pentagrammophon-Konzerte in voller Pracht!

Und signiert wird auch schon jeden Abend fleißig, Freunde.

Das bietet mir Gelegenheit, endlich mal ganz intensiv Musik zu genießen, denn das kommt normalerweise gern zu kurz, schließlich kann man bei den meisten meiner Tätigkeiten nicht nebenbei irgendeiner CD oder Schallplatte lauschen. Beim Signieren eurer Pressefotos und Backstage-Pässe jedoch klappt das wunderbar, vor allem da zwei meiner absoluten Helden am 15. Mai neue Alben veröffentlicht haben. Falls es euch interessiert, es handelt sich dabei um erstens Tom Gabriel Warriors Konzert-Album „Triptykon with the Metropole Orkest - Requiem“, einem Werk, auf das ich mich seit der Ankündigung extrem gefreut habe, und meine hohen Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Von dem Moment an, als die ersten Klänge des ersten Requiemparts „Rex Irae“ durch mein Arbeitszimmer vibrierten, hatte ich mindestens 15 Minuten lang eine Dauergänsehaut vom Feinsten. Ein Song, der mich gut zwei Drittel meines Lebens schon begleitet, in einer derart epischen Version. Beeindruckend und atemberaubend schön.

Das zweite Album stammt natürlich von der von mir verehrten Band Paradise Lost, die mit „Obsidian“ wieder ein unglaublich starkes Werk abgeliefert hat. Ich kenne und liebe die Band seit ihrem allerersten Album „Lost Paradise“ und es gibt keines, das ich nicht gut fand und finde. Es ist schön, dass ich zwischendurch einfach nur Fan und Musikhörer sein darf. Und ich bin sehr dankbar, dass es noch richtige Tonträger gibt, damit ich die Musik auf die mir liebste Art genießen kann. Schöne Booklets durfte ich durchblättern, nebenbei.


Doch zurück zum eigenen Werk!
Nun, da ich die Songs für Herumor fürs Erste abgeschlossen habe, werde ich mich bald neuen ASP-Songs widmen. Aber erst in einigen Wochen, denn der Mai und auch einige Tage des Juni werden wie eingangs erwähnt noch mit sehr viel Organisationsarbeit vollgestopft sein, die leider nötig ist.

Erschöpft, aber ansonsten wohlauf grüßt euch alle

euer

Asp