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11. Juni 2020

Bürokratie, Idiotie und Poesie …

Ihr schönen Menschen,

aufgrund der aktuellen und geradezu karnevalistisch anmutenden Ereignisse scheint es nur recht und "billig", folgende kleine Büttenrede zu schreiben:


Chaos in Corona-Zeiten.
Ängste, die uns stets begleiten!
Aber – heißa! – Hilfe naht
vom guten alten Vater Staat.
Obwohl, ist das nicht eine Mutter?
Egal, es ist schon bald in Butter.
Ein halbes Jahr gilt die Beschenkung
in Form der Mehrwertsteuersenkung.

Ach fein, sie kurzfristig zu ändern,
in allen deutschen Bundesländern.
Das kurbelt unsre Wirtschaft an,
so lautet zweifellos der Plan.
Nur folgt nach Freude gleich Entsetzen,
muss man den Käse schnell umsetzen
mit Arbeits- und Gehirnverrenkung.
So lohnt die Mehrwertsteuersenkung!


Was habt ihr euch dabei gedacht,
uns somit quasi über Nacht
mit dieser Hilfe zu beglücken
und Kohle unters Volk zu drücken?
Man weiß doch, wird die Krise schlimmer:
Konsum hilft heutzutage immer!
Denn der sorgt auch für viel Ablenkung.
Los gehts, `ne Mehrwertsteuersenkung!

Wir kommen dank der lieben Kunden
in unsrem Shop über die Runden.
Für uns wird leider furchtbar teuer
die Senkung unsrer Umsatzsteuer.
Die Änderung ist knifflig, schwer
und hilft uns daher nicht so sehr.
Drum nehmt dies bitte ohne Kränkung:
Verfluchte Mehrwertsteuersenkung!

Was bleibt uns, als uns hinzusetzen
und wie gesagt schnell umzusetzen,
den Onlineshop für Fans zu schließen
und uns den Umsatz zu vermiesen.
Am Monatsende wird es mau,
stattdessen Arbeits-Super-GAU.
So bringt statt Vorteil nur Beschränkung
die blöde Mehrwertsteuersenkung.

Wir sind, und das ist längst bekannt,
doch ohnehin nicht relevant.
Milliardenhilfen, ausgedehnt,
sind stets an uns vorbeigeströmt.
Es wird geholfen, nicht zu knapp.
Die Künstler kriegen nur nichts ab.
Verschwinden sie in der Versenkung,
hilft nichts die Mehrwertsteuersenkung.

Das Dichten wird nun auch nichts bringen,
auch nicht das Schreiben oder Singen.
Ganz gleich, wie wir uns auch bemühten,
man möcht es ungern nur vergüten.
Drum denken wir uns Dinge aus,
die liefert man, gekauft, ins Haus.
Am Monatsende jedoch nicht:
Statt zu verkaufen, kommt die Pflicht,
die Steuersätze umzuwandeln,
um sich nicht Ärger einzuhandeln.
Es hilft nicht Augenrolln noch Klagen,
der Shop wird zu sein an vier Tagen.

Vom Siebnundzwanzigsten bis Ersten   
wird zu sein, Freunde, sagt, wie wär’s denn,
wenn ihr uns dann die Gunst gewährt
und uns danach wieder beehrt?!
Wir freuen uns doch heute schon
aufs Ende der Situation.
Zum Jahreswechsel, welche Freuden,
gilt’s dann erneut Zeit zu vergeuden:
Da ändern wir, wie man schon weiß,
nochmal den Mehrwertsteuer… -satz.